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Rotavirus

Allgemeine Beschreibung

Rotaviren werden in die Reoviridae Familie eingeordnet. Sechs serologische Gruppen konnten identifiziert werden, von denen drei (Gruppe A, B und C) für Menschen infektiös sind.

Das Gruppe A Rotavirus ist weltweit endemisch. Es ist die häufigste Ursache für schweren Durchfall bei Säuglingen und Kindern und bedingt ungefähr die Hälfte aller Fälle, in denen ein Krankenhausaufenthalt notwendig ist. In gemäßigten Klimazonen treten diese durch den Virus bedingten Krankheiten vor allem im Winter auf, in den Tropen jedoch das ganze Jahr über. Die Zahl der Infektionen über ein Lebensmittel ist unbekannt.

Das Gruppe B Rotavirus, oft auch als Erwachsenen-Durchfall-Rotavirus oder ADRV (adult diarrhoea rotavirus) bezeichnet, hat eine große Epidemie schweren Durchfalls in China ausgelöst, von der tausende Menschen jeden Alters betroffen waren.

Das Gruppe C Rotavirus wurde mit einigen seltenen, vereinzelten Fällen von Durchfall bei Kindern in vielen Ländern in Verbindung gebracht. Die ersten Fälle wurden hier in Japan und England verzeichnet.

Krankheitsbild

Rotaviren lösen akute Gastroenteritis (Magen-Darm-Infektion) aus. Säuglingsdurchfall; Winterdurchfall; akute, nicht bakterielle, infektiöse Gastroenteritis und akute virale Gastroenteritis sind Namen für die Infektion, die von den weit verbreiteten Gruppe A Rotaviren ausgelöst wird.

Die vom Rotavirus ausgelöste Gastroenteritis ist eine selbst limitierende, leichte bis schwere Erkrankung mit Symptomen wie Erbrechen, wässrigem Durchfall und leichtem Fiber. Die Infektionsmenge wird auf 10-100 infektiöse Virenpartikel geschätzt. Da eine infizierte Person, die an den Rotavirus Durchfallsymptomen leidet, häufig eine große Menge Viren über den Stuhl (108-1010 infektiöse Partikel/ml Stuhl) ausscheidet, kann eine Ansteckung leicht über kontaminierte Hände, Objekte oder Utensilien erfolgen. Asymptomatische Rotaviren-Ausscheidung (eine Ausscheidung des Virus, ohne Krankheitssymptome zu zeigen) wurde bereits untersucht und kann eine Rolle bei andauernden endemischen Krankheiten spielen.

Die Inkubationszeit beträgt ein bis drei Tage. Ein erstes Symptom ist Erbrechen, das von vier bis acht Tage andauerndem Durchfall gefolgt wird. Temporäre Laktoseunverträglichkeit kann auftreten. Die Genesung ist für gewöhnlich vollständig. Schwerer Durchfall ohne Flüssigkeits- und Elektrolytersatz kann jedoch zu noch schwerem Durchfall und zum Tode führen.

Diagnose

Eine spezielle Diagnose der Krankheit wird über die Identifizierung des Virus im Stuhl des Patienten durchgeführt. Der am häufigsten verwendete Test für klinische Proben ist ein so genanntes Enzym Immunoassay (EIA) und es sind viele verschiedene kommerzielle Kits (komplette, einfach anzuwendende Tests) für den Gruppe A Rotavirus erhältlich. Elektronen Mikroskopie (EM) und Polyacrylamid-Gel-Elektrophorese (Page) werden in einigen Laboren zusätzlich oder als Alternative zum EIA verwendet. Eine reversible Transkriptionspolymerase Kettenreaktion (RT-PCR = reverse transcription-polymerase chain reaction) wurde entwickelt, um alle drei Gruppen der für den Menschen gefährlichen Rotaviren zu detektieren und zu identifizieren.

Assoziierte Lebensmittel

Rotaviren werden fäkal-oral übertragen. Die Mensch-zu-Mensch Verbreitung über kontaminierte Hände ist sehr wahrscheinlich die wichtigste Ansteckungsquelle. Das bedeutet, dass Rotaviren vor allem in engen Gemeinschaften wie z.B. Kinder- und Altenstationen im Krankhaus, Kindergärten und in Familien übertragen werden.

Infizierte Lebensmittelhändler können Nahrungsmittel infizieren, die bei der Verarbeitung keinen Kochschritt mehr benötigen, wie z.B. Salate. Früchte und Hors d'oeuvres. Rotaviren sind in einer normalen Umgebung außerhalb des Körpers relativ stabil und könnten in feuchten Proben in Mengen nachgewiesen werden, die Konzentrationen von 1-5 infektiösen Partikeln/Liter entsprechen.

Prävention

Die Viren sind hitzeempfindlich und werden durch gründliches Erhitzen (über 70°C) abgetötet. Hygienische Maßnahmen gegen Bakterien und Parasiten scheinen für die endemische Kontrolle von Rotaviren nicht angemessen zu sein. Das Auftreten von Rotavirus Infektionen wird in gleichem Ausmaß sowohl in Ländern mit einem hohen als auch in Ländern mit einem niedrigen Hygienestandart festgestellt.

Risikogruppen

Menschen jeden Alters können mit dem Rotavirus infiziert werden. Kinder im Alter von 6 Monaten bis 2 Jahren, Frühchen, ältere Menschen und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sind besonders anfällig für schwere Symptome, die durch eine Infektion mit Rotaviren der Gruppe A hervorgerufen werden können.

Quelle: http://www.cfsan.fda.gov/~mow/intro.html

 



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