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Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) und Weizenallergie

Zöliakie (auch bezeichnet als Sprue, glutenintolerante Enteropathie oder glutensensitive Enteropathie) ist eine Erkrankung, bei der eine chronische Reaktion auf bestimmte Proteinzusammensetzungen auftritt, die in einigen Getreidekörnern vorkommen und üblicherweise als Glutene bezeichnet werden. Die Folge einer solchen Reaktion ist die Zerstörung von Zotten im Dünndarm, was dazu führt, dass Nährstoffe schlechter aufgenommen werden können.

Es gibt ein klares Anzeichen dafür, dass Zöliakie innerhalb von einer Familie weitervererbt wird. 5-10% der Verwandten ersten Grades (Eltern, Kinder und Geschwister) von Zöliakie-Kranken können ebenfalls diese Krankheit entwickeln. Die Krankheit betrifft beide Geschlechter und kann in jedem Lebensalter ausbrechen, von frühster Kindheit (sobald Nahrung aus Getreidekörnern aufgenommen wird) bis zum höheren Alter (auch wenn die Person ihr ganzes Leben lang Getreidekörner verzehrt hat). Der Ausbruch der Krankheit scheint zwei Komponenten zu erfordern: genetische Prädisposition (zwei spezifische genetische Kennzeichen, HLA Subfaktoren genannt, zeigen über 90% der Zöliakie-Erkranken in den USA) und eine Art Auslöser. Der Auslöser kann umweltbedingt (z. B. übermäßiger Kontakt mit Weizen), situationsbedingt (vielleicht schwerwiegender emotionaler Stress), physisch (z. B. eine Schwangerschaft oder eine Operation) oder pathologisch (eine Virusinfektion) sein.

Früher wurde angenommen, dass es sich um eine Krankheit im Kindesalter handelt, die später verschwinden würde. Seit kurzem gibt es aber Hinweise darauf, dass es nicht ungewöhnlich ist, dass die Symptome von Zöliakie im späteren Kindesalter oder auch in der Jugend zu verschwinden scheinen und damit den Anschein einer Heilung erwecken. Leider kommt es aber dann auch in den Jahren scheinbarer Gesundheit zu Schädigungen. Es kann festgestellt werden, dass die betroffenen Personen erheblichen Schädigungen des Dünndarms erlitten haben und damit jahrelang wichtiger Nährstoffe beraubt wurden, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Produkte

Die allgemeine Liste von verbotenem Getreide ist: Weizen, Roggen, Gerste und Hafer.

Leider gibt es Varianten, die anders bezeichnet werden. Hier ist also auch Vorsicht geboten. Hartweizen und Grieß sind Namen für bestimmte Arten von Weizen, die für spezielle Verwendungen gezüchtet werden. Dinkel und Kamut (ein uralter Verwandter des heutigen Hartweizens) sind ebenfalls Arten von Weizen. Andere Namen für diese sind: Spelz oder Einkorn.

Bulgur ist Weizen, der speziell verarbeitet wird.

Triticale, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen, gehört definitiv auf die schädliche Liste.

Mais ist eines der Getreide, von denen man annimmt, dass sie keine Schädigungen der Darmzotten von hervorrufen, selbst wenn eine Zöliakie-Erkrankung vorliegt. Mais ist für die meisten Zöliakie-Kranken vertragen.

Von allen üblichen Getreidearten ist Reis am unbedenklichsten, da er kaum jemandem Schwierigkeiten bereitet.

Neben Mais und Reis gibt es eine große Vielfalt anderer Getreide, die beim glutenfreien Kochen benutzt werden.

Folgende Getreidesorten können benutzt und zu Mehl gemahlen werden: Amaranth, Buchweizen (oder Kascha), Kichererbsen, Hiobstränen (Hato Mugi, Job's tears), Linsen, Hirse, Erbsen, Quinoa (Reismelde, Inkakorn), Fingerhirse, Sorghum, Soja, Tapioca (aus Maniok hergestelltes Mehl), Zwerghirse und wilder Reis. Viele dieser Mehle sind im Reformhaus erhältlich. Einige (wie Reismehl) können auch in normalen Lebensmittelgeschäften erhältlich sein.

Um die Beschaffenheit von glutenfreien Backwaren zu verbessern, verwenden die meisten Köche einen der folgenden Stoffe: Xanthan, Guar / Guarkernmehl (kann eine abführende Wirkung besitzen) oder Methylcellulose. Diese sind entweder im Reformhaus oder in speziellen Koch-Läden erhältlich.

Glutenfreie Öle, die beim Kochen verwendet werden, sind: Mais-, Erdnuss-, Oliven-, Raps- (Canola-), Distel-, Soja- und Sonnenblumenöl.

Behandlung

Es gibt keine Medikamente zur Heilung von Zöliakie. Vielmehr: Es gibt keine Heilung; es gibt nur die Möglichkeit mit einer glutenfreien Ernährung ein normales, gesundes Leben zu führen. Das bedeutet, dass alle Produkte, die von Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und einigen weniger bekannten Getreidearten stammen, gemieden werden müssen.

Möglicherweise müssen zusätzlich Vitamine eingenommen werden. Der einzige Weg für einen Zöliakie-Kranken eine Schädigung der Darmzotten und die damit verbundenen Symptome zu vermeiden, ist eine glutenfreie Ernährung.

Symptome

Es gibt keine typische Zöliakie. Die Fälle reichen von keinen Symptomen (asymptomatische oder latente Formen der Erkrankung) bis hin zu extremen Ausprägungen, wobei die Patienten unter Blähungen, Durchfall und Gewichtsabnahme infolge der schlechten Nährstoffaufnahme leiden.

Zwischen diesen Extremen gibt es eine Vielfalt von Symptomen, u. a.:

  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Steatorrhö (fettiger Stuhl, der mehr schwimmt als sinkt)
  • Unterleibsschmerzen
  • Verstärkte Blähungen
  • Probleme, die mit Vitamin-Mangelerscheinungen verbunden sind
  • Eisenmangel (Anämie)
  • Chronische Müdigkeit
  • Schwächlichkeit
  • Gewichtsabnahme
  • Knochenschmerzen
  • Neigung zu Knochenbrüchen
  • Anormale oder beeinträchtigte Hautsinneseindrücke (Parästhesie),
  • Einschließend Brennen, Prickeln, Jucken oder Kribbeln
  • Ödeme
  • Kopfschmerzen
  • Periphere Nervenleiden (Kribbeln in Fingern und Zehen)

Bei Kindern können weitere Symptome sein:

  • Wachstumsstörung
  • Unnatürliche Blässe
  • Verdrossenheit, Reizbarkeit
  • Konzentrationsschwächen
  • Wundes Gesäß
  • Schmerbauch mit oder ohne schmerzhafte Blähungen
  • Blasser, übel riechender, massiger Stuhl
  • Häufiger, schaumiger Durchfall

Zusätzlich zu all den genannten Symptomen kommt hinzu, dass Dermatitis Herpetiformis (auch Morbus Duhring genannt, wörtlich übersetzt: „entzündliche Hauterkrankung mit gruppiert auftretenden Bläschen"), eine Krankheit, bei der ernsthafte Hautausschläge auftreten (oft an Kopf, Ellenbogen, Knien und Gesäß), häufig mit Zöliakie verbunden ist.

Die Reaktionen auf die Aufnahme von Gluten können sofort oder nach Wochen oder sogar Monaten auftreten.

Das Erstaunliche an Zöliakie ist, dass es keine zwei Betroffenen gibt, die die gleiche Zusammenstellung von Symptomen oder Reaktionen zu haben scheinen. Es ist möglich, dass eine Person verschiedene Symptome, ein paar Symptome, ein oder gar kein Symptom der Auflistung zeigt. Es gibt sogar Fälle, in denen Fettleibigkeit sich als ein Symptom von Zöliakie herausgestellt hat.

Weizenallergie

Weizen enthält viele verschiedene Proteine. Wie bei allen Proteinen gibt es auch hier Menschen, die allergische Reaktionen darauf zeigen. Allerdings ist eine Weizenallergie sehr selten.

Siehe auch:

Fragen und Antworten >Lebensmittelallergien

 



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